mybest seo

seo 2015So schnell vergeht die Zeit: Kaum liegt einer der heißesten Sommer der letzten 50 Jahre hinter uns, schon können wir den ersten Rückblick auf das SEO-Geschehen im Jahr 2015 wagen – schließlich sind es nur noch wenige Wochen bis zum Jahresende.

  • Was hat sich also im Jahr 2015 in Sachen Suchmaschinenoptimierung getan?
  • Welche prognostizierten Trends sind eingetreten? Welche haben sich nicht bewahrheitet?
  • Ist Google wirklich noch das Maß aller Dinge?

Wir haben uns die Einschätzungen zahlreicher Experten auf diesem Gebiet angeschaut.

Um es gleich vorwegzunehmen:
Suchmaschinenriese Google ist noch immer das Maß aller Dinge; daran wird sich wohl auch kurz- und mittelfristig nichts ändern. Google gibt vor, wonach sich alle Suchmaschinenoptimierter zu richten haben, wenn sie Wert auf erfolgreiche Internetprojekte legen.

 

Fachübergreifende Entwicklung im Jahr 2015

An der Entwicklung der Rankingfaktoren im Jahr 2015 wird besonders deutlich, dass die sogenannte Ära des „Holistischen Contents“ im Internet und insbesondere bei Google begonnen hat. Doch was bedeutet das genau? Holistisch steht für Internetprojekte, die den gewählten Themenbereich von möglichst allen Seiten abdecken und dabei auch Randthemen nicht vernachlässigen. Das bedeutet konkret: Es reicht nicht mehr aus, das gewünschte Thema lediglich oberflächlich abzuhandeln und Informationen bereitzustellen, die bereits auf etlichen anderen Sites zu finden sind. Ausschlaggebend ist also, dass der Themenkomplex von allen Seiten beleuchtet wird – je umfassender, desto besser für das Ranking.

Neben diesem generellen Trend zeichneten sich schon zum Ende des Vorjahres einige Trends für dieses Jahr ab. Doch haben sich die Dinge wirklich so entwickelt, wie sie vorausgesagt wurden? Wir klären auf.


SEO wird umfassender

Wir hatten es schon im letzten Jahr prophezeit: Die Zeiten, in denen sich SEOs auf ihrem einmal erworbenen, oft rudimentären Wissen ausruhen konnten, sind vorbei. Eine kontinuierliche Weiterbildung und Erweiterung des persönlichen Wissensstandes ist also unabdingbar. Zur Diversifizierung der Suchmaschinenoptimierung trägt vor allem ein Umstand bei:

 

Die Relevanz von Backlinks nimmt ab!

Zwar hat sich auch im Verlauf des Jahres 2015 gezeigt, dass noch immer kein Suchmaschinenoptimierer ohne Linkbuilding auskommt, doch die Relevanz von Backlinks nimmt insgesamt kontinuierlich ab. Dies gilt insbesondere für qualitativ schlechte Backlinks wie Webkataloge, Artikelverzeichnisse, Social Bookmarks & Co.
Im Jahresverlauf war deutlich erkennbar, dass gerade die „unnatürlichen“ Links aus genannten Quellen inzwischen fast ihre komplette Reputation verloren haben. Und nun kommen wir zu einer besonders wichtigen Beobachtung: Schlechte Backlinks werden nicht nur als nicht mehr förderlich für das Ranking einer Website gewertet, sie können ihm sogar schaden – zumindest, wenn keine wirklich hochwertigen Links als Ausgleich vorhanden sind.
Doch was sind überhaupt wirklich hochwertige Links? Ganz einfach: Ein hochwertiger Link zeichnet sich dadurch aus, dass ihn nicht jeder ohne Weiteres erhält. Er ist themenrelevant, kommt von einer starken Site mit viel Trust und ist dort freiwillig gesetzt worden, idealerweise direkt aus dem Content heraus. Auch Links von bekannten Unternehmen und Institutionen wie etwa Wikipedia oder Universitäten werden in der Regel als stark gewertet.

 

Content vs. Keywords

Apropos hochwertig: Genau darum geht es beim Linkbuilding im Jahr 2015. „Link Earning durch Content“ lautet die Devise. Website-Betreiber müssen also Inhalte veröffentlichen, die so gut sind, dass die Leser sie aus persönlicher Begeisterung weiterempfehlen und teilen – und somit Links generieren.
Damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt, den Keywords. Auffällig ist, dass auch diese in Verbindung mit Backlinks eine immer geringere Rolle spielen. Analysen von Linkprofilen bekannter Websites haben gezeigt, dass immer weniger Backlinks ein relevantes Keyword im Anchor Text tragen. Stattdessen ist immer häufiger die Domain im Anchor zu finden. Das Gleiche gilt übrigens für die Keyworddichte und deren Verteilung auf den Websites. Ehemals hochgelobte Tools und Techniken wie WDF*IDF verloren 2015 deutlich an Relevanz. Kein Wunder: Wer wirklich guten Content auf seinen Sites veröffentlicht, wird automatisch alle relevanten Keywords unterbringen – und das auch noch in der richtigen Menge!
Kommen wir in diesem Zusammenhang auch noch auf die Keyworddomains zu sprechen. Auch sie verzeichnen einen seit Monaten wahrnehmbaren Rückgang in der Rankingrelevanz. Es ist also erkennbar, dass immer mehr Sites, die kein wichtiges Keyword in der URL führen, auf vorderen Plätzen ranken. Auch hier zeigt sich wieder, dass die Inhalte von Websites inzwischen wichtiger sind als äußere Faktoren wie Keywords oder Links.


Mobile Suche

Als eines der wichtigsten Themen im Jahr 2015 hat sich die Optimierung von Websites für mobile Endgeräte herausgestellt. Google kündigte bereits im Frühjahr 2015 offiziell an, dass nicht für die mobile Suche optimierte Websites künftig benachteiligt werden. Somit ist dieses Thema zu einem echten Rankingfaktor geworden. Im Frühjahr und Sommer 2015 ließ sich beobachten, dass unzählige Websites einen Relaunch erfuhren und – mal mehr, mal weniger erfolgreich – für die mobile Nutzung optimiert wurden. Wer immer noch nicht daran gedacht hat, sollte dies schleunigst nachholen.

Was sind mobile Endgeräte?

Mit mobilen Endgeräten sind insbesondere Smartphones und Tablets gemeint, die immer öfter zum Surfen und Einkaufen im Internet genutzt werden. Wichtig ist jedoch, dass bei der mobilen Internetnutzung grundsätzlich andere Voraussetzungen gelten als bei einem Desktop-PC oder Laptop. So navigiert der Nutzer in der Regel nicht mit einer Maus, sondern ausschließlich mit dem Touchscreen. Außerdem ist das Display deutlich kleiner als bei einem herkömmlichen PC oder einem Notebook. Die Darstellung der Internetseite muss also dahingehend optimiert werden, dass alle Inhalte trotz kleinerem Display und eingeschränkten Navigationsmöglichkeiten leicht konsumierbar dargestellt werden können.
Doch das sind noch nicht alle Punkte, die es bei der Optimierung von Websites für die mobile Nutzung zu beachten gilt. Trotz des technischen Fortschritts können viele mobile Endgeräte immer noch keine Anwendungen wie Flash oder Java darstellen. Auch daran sollten Webmaster beim Anpassen der Internetpräsenz denken. Zudem sind die Webverbindungen auf mobilen Geräten meist langsamer als bei unserem Computer zu Hause. Das gilt zumindest so lange, wie das schnelle LTE in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar ist. Die Optimierung von Ladezeiten spielt daher eine besonders wichtige Rolle im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten.
Bei der Umsetzung dieser Anforderungen gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die einfachere ist das Erstellen einer zweiten Version der Website, die speziell für mobile Inhalte vorgesehen ist. Allerdings gilt es hierbei, entsprechende Mobilgeräte zu erkennen und diese dann auf die entsprechende Mobil-URL umzuleiten. Dies funktioniert nicht in allen Fällen zuverlässig. Die elegantere Möglichkeit besteht darin, die komplette Webpräsenz neu zu programmieren und dabei alle Faktoren des sogenannten Responsive Designs zu beachten. Dabei passen sich Inhalte wie Textelemente, Fenster etc. individuell an die Bildschirmgröße an. Somit spielt es keine Rolle mehr, wie groß das Display des Gerätes ist.
Im Zusammenhang mit der Optimierung ihrer Site für mobile Inhalte sollten Webmaster die entsprechenden Hilfestellungen beachten, die Google in seinen Webmastertools gibt. Hier erfahren sie alles, was Google voraussetzt, damit eine Internetpräsenz gut für die mobile Nutzung gerüstet ist. Die entsprechenden Tricks und Kniffe, mit denen die Site vor der Konkurrenz landet, werden hier freilich nicht aufgezählt. Diese verbreiten sich – wie immer in der Suchmaschinenoptimierung – etwas zeitverzögert innerhalb der „SEO-Szene“.


Welche vorausgesagten Entwicklungen haben sich bis zum Herbst 2015 noch nicht bestätigt?

Auch Suchmaschinenoptimierer besitzen keine Glaskugel, mit der sie die künftige Entwicklung ihrer Branche zweifelsfrei voraussagen können. Daher gibt es bis zum Herbst 2015 einige Bereiche, in denen für dieses Jahr weitreichende Änderungen vorhergesagt wurden, die sich jedoch bis dato noch nicht bestätigen lassen, zumindest nicht in dem anvisierten Umfang.

Google Direct Response / Semantische Suche

Es ist der ewige Traum der Suchmaschinen, insbesondere von Google: dem Benutzer so genaue und detaillierte Antworten auf seine Suchanfrage wie möglich geben zu können. Dazu ist es beispielsweise notwendig, dessen Standort zu kennen, um regionale Faktoren mit in den Prozess einbeziehen zu können. Genau daran arbeitet Google seit einiger Zeit; größere Fortschritte konnten wir jedoch im Jahr 2015 bis jetzt noch nicht erkennen. Dennoch kann es sich für viele Unternehmen lohnen, beispielsweise in die Optimierung der sogenannten „LocalSearch“-Log zu investieren – insbesondere, wenn vor Ort ein Ladengeschäft, Lager oder Ähnliches vorhanden ist.
Bis Suchmaschinen jedoch vollständige Sätze des Suchenden auswerten und die Ergebnisse ideal darauf abstimmen können, wird noch etwas Zeit vergehen. Suchmaschinenoptimierern spielt diese Tatsache in die Hand, da die detailliertere Beantwortung von Suchanfragen immer auch das Risiko von Trafficeinbußen mit sich bringt.

Voice Search

Für viele Suchmaschinennutzer ist es ein Traum, die Suchanfragen nicht mehr umständlich über die Tastatur eingeben zu müssen, sondern dem entsprechenden Gerät das Gesuch einfach per Stimme mitzuteilen. Hierbei ist auch die Rede von der sogenannten Voice Search. Sie ist insbesondere für die Nutzer mobiler Endgeräte wie Smartphones interessant und kommt zum Beispiel bereits bei der Bedienung von Navigationssystemen in Automobilen zum Einsatz. Bis die Stimmensuche allerdings auch in anderen Bereichen etabliert ist, wird es wohl noch einige Zeit brauchen. Bislang tippt der größte Teil aller Nutzer die Suchbegriffe immer noch mit der Hand ein – auch bei der Nutzung mobiler Geräte.

 

Weitere Zunahme der Dominanz von Google

Wie in den Vorjahren war auch zu Beginn des Jahres 2015 bereits klar, dass es kurzfristig keine andere Suchmaschine geben wird, die in der Lage ist, die Dominanz von Google zu schlagen. Im Gegenteil: Experten prognostizierten einen deutlichen Zuwachs an Nutzerzahlen und Marktanteilen. Dieser hat sich allerdings bis heute noch nicht in dem erwarteten Umfang eingestellt. Im Gegenteil: Konkurrierende Suchmaschinen wie beispielsweise Bing genießen insbesondere bei Werbetreibenden eine wachsende Beliebtheit, da sich Marketing hier deutlich günstiger betreiben lässt. Für den Nutzer stellt Google jedoch immer noch die Suchmaschine der Wahl da. Daran wird sich wohl auch in den kommenden Jahren nichts ändern.


Fazit: Alles bleibt anders!

Manchmal gehen mit den Experten einfach die Pferde durch und sie schießen mit ihren Prognosen über das Ziel hinaus. So auch bei einigen Voraussagen für das Jahr 2015. Fakt ist, dass sich bereits aus den Vorjahren abzeichnende Trends wie die Optimierung für mobile Endgeräte im Jahr 2015 noch verstärkt bzw. bestätigt haben. Google geht seinen Weg also konsequent weiter und setzt geplante Vorhaben nach und nach um. Der große Umbruch war jedoch bis zu diesem Herbst nicht zu beobachten, was für Suchmaschinenoptimierer durchaus positiv sein dürfte. Schließlich hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ad hoc vorgenommene Änderungen wie Updates der Suchalgorithmen in der Regel zu einem großen Chaos führen. Nicht wenige Webmaster verloren in diesem Zusammenhang wichtige Rankings; einigen wurde sogar die komplette Existenzgrundlage entzogen. Die langsame Entwicklung dürfte also auch im Sinne aller SEOs sein.

© 2016 by mybestseo.de ein Projekt von Frank Hartung